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Tierarzt Gehalt

Gehalt Tierarzt

Tierarzt Gehalt (c) by Karlis Dambrans | Lizenzhinweis

Das Arbeitsfeld des Tierarztes kann recht vielseitig sein. Der Absolvent sollte sich am Ende seines Studiums diese Frage zwingend stellen. Selbständigkeit, Angestelltenverhältnis in der Tierarztpraxis oder der Tierklink, angestellt im öffentlichen Dienst oder Arbeiten in der Forschung?
Mit diesen Fragen ist auch die Vorstellung vom Verdienst der Tierärzte verbunden. Das öffentliche Bild des Arztes wird immer noch vom Mythos der “Halbgötter in Weiß” gezeichnet. Dementsprechend ist auch das gesellschaftliche Ansehen dieses Berufes in Deutschland. Doch innerhalb des Berufsstandes öffnen sich tiefe Gräben, wenn man einmal das Gehalt untereinander vergleicht.
Deshalb sollte jeder Absolvent des Studiengangs Veterinärmedizin seine Chancen bei der Stellenauswahl auf dem Arbeitsmarkt realistisch einschätzen. Auch was das Gehalt von Tierärzten betrifft. Denn trotzt mehrjährigen Studiums und intensiver Praktikumsphasen, kann der Blick auf den Verdienst von Tierärzten für Ernüchterung sorgen.
Dabei können die Unterschiede im Gehalt der Tierärzte unterschiedlichster Natur sein. Schon bei einem Angestelltenverhältnis kann sich eine Abweichung allein durch den Tätigkeitsbereich ergeben. Aber auch die Selbständigkeit von niedergelassenen Tierärzten trägt zu einer Steigerung dieser Differenz bei.
Der Erfolg der eigenen Praxis hängt dabei mitunter von geographischen Aspekten ab. In Großstädten herrscht meist ein Überangebot an Kleintierpraxen. In ländlichen Gebieten besteht hingegen oft ein hoher Bedarf an Tierärzten, die sich um die Nutztiere der Landwirte kümmern.
Da die wenigsten Tiere krankenversichert sind, zahlen die Tierhalter die Behandlungskosten direkt an den Tierarzt. Somit wird das Gehalt des niedergelassenen Tierarztes durch die Anzahl der Patienten und durch eine festgelegte Gebührenordnung bestimmt.
Hier muss der Absolvent nun abwägen, ob er das eher vertraglich sichere Angestelltenverhältnis wählt, mit anfangs doch eher geringeren Verdienstmöglichkeiten, oder sich aber für die Selbständigkeit entscheidet. Denn wer als niedergelassener Tierarzt mehr arbeitet, hat auch die Aussicht auf einen höheren Verdienst als Tierarzt, trägt aber auch das gesamte finanzielle Risiko selbst.
Doch selbst der Weg in das Angestelltenverhältniss ist mit Risiko behaftet. Bei der Mitarbeit in öffentlichen Behörden oder Instituten wird der Tierarzt in der Regel nach dem Bundesangestelltentarif entlohnt. Somit profitiert er von den Vorzügen des zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandelten Tarifvertrages. Sollte er in den Beruf über eine Assistenz in einer Tierarztpraxis oder Tierklinik finden, hat er diese Sicherheit nicht. Denn hier gibt es schlichtweg keinen Tarifvertrag. Angestellter und Arbeitgeber handeln die Konditionen untereinander selbst aus. Bei der Vielzahl an Bewerbern hat der Absolvent hier in der Regel die ungünstigere Ausgangsposition und muss sich als Tierarzt mit einem niedrigerem Gehalt und weniger Sozialleistungen zufrieden geben.
Studenten und Absolventen der Tiermedizin sollten sich damit keinen Illusionen und hingeben und ihre Chancen realistisch beurteilen. Denn das Gehalt des Tierarztes ist als Angestellter gerade in der Startphase des Berufslebens nicht besonders üppig. Eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover kam 2009 zu dem Schluss, dass der durchschnittliche Bruttoverdienst, unabhängig von der Zahl der Berufsjahre, zwischen 2000 und 2500 € lag. Der Gehaltsunterschied zwischen Männer und Frauen pendelte sich im Schnitt bei 550 € ein. Dabei lag das niedrigste Gehalt bei 550 € (Frauen) bzw. 600 € (Männer). Die Studie stellte auch Verdienstunterschiede auf den verschiedenen Tätigkeitsfeldern fest. Die Problematik der fehlenden Tarifverhandlungen wird hier besonders deutlich. Denn die Varianz reicht vom niedrigsten Tierarzt-Gehalt bei den Praxen und Kliniken für Kleintiere (ca. 2300 € brutto) über 2500 € (Pferde) bis zu 2850 € bei den Praxen für Nutztiere. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit betrug zu diesem Zeitpunkt etwa 48 Stunden ohne die Berücksichtigung von Notdiensten.
Gerade diese Arbeitssituation in Praxen und Kliniken veranlasst viele Tierärzte der Assistenz nur kurz zu verweilen, um rasch den Weg in die Selbständigkeit, oder in das Angestelltenverhältnis in der Industrie oder bei Behörden zu suchen. Um diesem Trend entgegenzuwirken entwickelte der Bundesverband praktizierender Tierärzte ein Vorschlagsmodell, das im Kern einen höheren Verdienst der Tierärzte vorsieht, um der Abwanderung von Wissen und Berufserfahrung aus den Praxen vorzubeugen. Je weniger Ärzte den Weg in die Selbstständigkeit suchen, desto geringer fällt der Konkurrenzdruck aus und desto höher ist die Umsatzrendite.
Um die Einnahmenseite der Praxen und Kliniken zu erhöhen bedarf es der betriebswirtschaftlichen Prüfung und einer Gebührenerhöhung, die insbesondere die Patienten, also die Tierbesitzer zahlen müssten.

Die Seite gehaltsvergleich.com gibt das Tierarzt-Gehalt mit folgenden Werten an (Stand Januar 2014):

Gehaltstabelle Bundesland Brutto (min.) Brutto (Ø) Brutto (max.)
Baden-Württemberg 400€ 2.543€ 4.500€
Bayern 1.200€ 2.765€ 6.500€
Berlin 1.000€ 2.200€ 3.500€
Brandenburg 460€ 2.099€ 3.500€
Bremen 1.800€ 2.600€ 4.500€
Hamburg 2.300€ 3.058€ 5.050€
Hessen 1.000€ 2.632€ 5.000€
Mecklenburg-Vorpommern 1.000€ 1.700€ 2.000€
Niedersachsen 1.000€ 3.160€ 6.000€
Nordrhein-Westfalen 1.080€ 2.770€ 6.200€
Rheinland-Pfalz 1.000€ 2.189€ 3.334€
Saarland 2.000€ 2.000€ 2.000€
Sachsen 1.024€ 2.671€ 4.500€
Sachsen-Anhalt 2.000€ 2.100€ 2.200€
Schleswig-Holstein 1.500€ 2.656€ 3.400€
Thüringen 1.850€ 2.125€ 2.400€